Ich spaziere durch Berlin, die Sonne prasselt auf den großen, beinahe menschenleeren Platz herunter, die Luft flimmert und alle Geräusche erscheinen unwirklich und weit weg. Und plötzlich, von einer Sekunde auf die andere, bin ich wieder zwölf Jahre alt, liege in der Laube im Garten meiner Großeltern und verstecke mich im Schatten vor schwüler Sommerluft, der Welt und der unvermeidlichen Mast.
Ich habe dich ewig nicht gesehen. Nicht mit dir gesprochen. Sogar kaum über dich gesprochen. Ich denke nicht an dich. Doch mit einem Mal stehst du neben mir und mein Kopf lehnt vertraut an deiner Schulter. Nicht wirklich zwar, aber es fühlt sich so an, greifbar nah, und ich kann nicht anders als mich umzudrehen. Du bist nirgends zu sehen und ich gehe lächelnd weiter.
Nach einer langen Nacht, auf dem Heimweg. Die Ohren summen noch von der Musik, der ganze Körper ist auf angenehme Weise erschöpft, ein leichter Windstoß fährt durch meine verschwitzten Haare und lässt mich kurz frösteln. Ich atme tief durch und stehe auf einmal am Meer, im Meer, im Wind, und die Wellen brechen sich zu meinen Füßen.
Es heißt, dass die Erinnerungen, die mit dem Geruchssinn verknüpft sind, am tiefsten im Gehirn wurzeln. Den Rest des Beitrags lesen »


