Die Vorweihnachtszeit ist offenbar die schlimmste Zeit des Jahres. Sogar ein von mir geschätzter Bloggerkumpane kehrt mit dieser Feststellung aus der Versenkung zurück! Wie sieht das also aus? Umgeben von stilloser Dekoration und schlechter Musik eilt man durch überfüllte Kaufhäuser, um von dem Geld, das man nicht hat, überteuerte Geschenke für Menschen zu kaufen, die man nicht mag. Man isst zu viel und zu ungesund und knutscht auf der Weihnachtsfeier mit der hässlichen Sekretärin/dem dämlichen Praktikanten und dann eskaliert das ganze natürlich am Heiligabend in einem Familienstreit und am Fünfundzwanzigsten misslingt der Braten. Schlimm. Und man kann nichts dagegen tun. Oder?
Wer zwingt eigentlich die ganzen Leute dazu, sich dem Geschenkestress auszusetzen? Wer zwingt sie dazu, sich mit dem unangenehmen Teil ihrer Familie zu treffen? Und wer hindert sie daran, sich einfach mit einem Glühwein und einem Buch daheim zu verkriechen oder Weihnachten mit dem oder der Liebsten im Bett zu verbringen? Statt Konsumzwang und falschen Schuldgefühlen wäre es vielleicht mal an der Zeit für einen Schritt zurück in Richtung „Fest der Liebe“? Ich will da niemanden zu seinem Glück zwingen, aber vielleicht interessiert es ja doch manch einen, wie ich mir die Adventszeit und Weihnachten dieses Jahr vorgestellt habe.
Zum Beispiel habe ich für meine beiden Mitbewohnerinnen einen selbstgebastelten Adventskalender gefüllt, um ihnen jeden Tag eine kleine Minifreude zu machen. Am Nikolaustag wollen wir vielleicht gemütlich zusammen frühstücken. Am Wochenende treffe ich mich mit Freunden, die ich selten sehe, um gemeinsam über Weihnachtsmärkte zu stromern, weil das langsam schon Tradition hat und wir uns darauf freuen, uns zu sehen — aber wenn jemand darauf keinen Bock hat, ist das auch in Ordnung.
Ich bereite ein paar Geschenke vor, aber nur für die Menschen, für die mir auch etwas Schönes einfällt. Die anderen sind besser bedient, wenn sie statt etwas sinnlosem Materiellen ein bisschen extraweihnachtliche Aufmerksamkeit bekommen, sei das ein gemütlicher Abend bei Kerzen und Wein oder eine gemeinsame Plätzchenbackorgie. Am Heiligabend gehe ich zu meinen Eltern. Die mag ich, und würde ich sie nicht mögen, würde ich auch nicht hingehen. Wobei… vielleicht doch, immerhin gibt’s am ersten Feiertag grüne Klöße. Insgesamt werde ich es genießen, jetzt endlich auch ganz offiziell Lebkuchen essen zu können. Ich werde ständig Kerzen und Räucherkerzchen anzünden und Chormusik hören und Weihnachten einfach weiterhin toll finden, mit oder ohne Schnee. Ich werde es genießen, dass man in Deutschland, anders als in Norwegen, gemütliche Weihnachtsstimmung kennt und nicht nur wildes Feiern, sondern auch Besinnlichkeit und stilles Zurückblicken auf das Jahr an langen, dunklen Abenden.
Einen wunderschönen ersten Advent!



Danke! (für einen wunderschönenen advent)
aso erst dachte ich, du kommst nun weihnachten doch nicht vorbei. (hihihi), dann finde ich, dass mann auch mit kleinen gesten oder vielleicht selbst hergestellten geschenken jemandem eine freude bereiten kann, der nicht damit rechnet. – hab ich selbst erlebt – einfach danke sagt für eine gute nachbarschaft oder für eine geleistete hilfe und mehr die menschen als die geschenke sieht. viele fühlen sich gerade in dieser zeit einsam und allein und dann ist ein gemütlicher schwatz bei kaffe oder tee (vielleicht auch einem glas wein) mehr wert als jedes geschenk der kategorie – sachen, die die welt nicht braucht-
vergangenes wochenende war übrigens ein norwegischer weihnachtsmarkt auf dem pariser platz. aber wir wissen, obwohl uns norwegen seit vorigem jahr doch sehr nahe gekommen ist, dass es sich nicht lohnt auf diesen markt zu gehen.
ich freu mich auf dich und deine „geschenke“ (kriegst auch nen kloß)
bis freitag ha det bra die mama
nachtrag – lecker panettone.
Friede, Freude, Eierkuchen und Heile Welt?
Nein dank, hatte ich schon. In Norwegen wird wild geweihnachtsfeiert? Da muss ich hin, hab doch diesen Herbst shon heftig mit Norwegern gefeiert. Verlangte direkt nach Verlängerung. Und alles ist besser als Lebkuchen.
Pirmin sagt Bäh
In Norwegen wird wild gesoffen und dann mit der Sekretärin wohl mehr als nur geknutscht… wer’s mag.
Heil ist die Welt nicht, aber zu Weihnachten riecht sie einfach besser. Und wem Lebkuchen nicht schmecken, der soll ihnen doch einfach fernbleiben, so mein Credo.
Und ja, ich gestehe es: Ich bin harmoniesüchtig und durch meine Erziehung verdorben. Na und? Immerhin rege ich mich die nächsten drei Wochen nicht grundlos auf, sondern lasse mich durch kleine Vorweihnachtsfreuden von meinem tristen Leben ablenken. Lächeln macht schön, von daher werde ich wohl zu Silvester alles überstrahlen.